Fruchtwasserpunktion/Amniozentese

Liebe Patientin, liebe Eltern,

die weitreichende Erfahrung des Untersuchenden bei der Amniozentese ist ausschlaggebend für Ihre Sicherheit und die Ihres Kindes, um eine niedrige Fehlgeburtenrate zu gewährleisten. Deshalb sollte die Fruchtwasseruntersuchung ausschließlich von erfahrenen Pränataldiagnostikern durchgeführt  werden, die möglichst das DEGUM II Zertifikat erworben haben.

Die Amniozentese wird zur gezielteren Diagnose nach einem auffälligen Ersttrimestertest oder Ultraschallbefund eingesetzt. Wenn in der Familie eine schwere Erbkrankheit vorhanden ist oder in einer vorausgegangenen Schwangerschaft Chromosomenabweichungen festgestellt wurden, kann durch die Fruchtwasseruntersuchung  diagnostiziert werden, ob ein Ungeborenes von einem genetischen Defekt betroffen ist.

Dieser Eingriff wird üblicherweise frühestens ab der 15. Schwangerschaftswoche vorgenommen.

Zur Vorbereitung der Fruchtwasserentnahme ermitteln wir durch eine Ultraschalluntersuchung zunächst die Lage Ihres Kindes in der Gebärmutter um eine geeignete Einstichstelle zur Fruchtwasserentnahme zu finden. An der ausgewählten Stelle wird unter Ultraschallkontrolle eine dünne Nadel in die Bauchdecke und weiter in die Fruchtblase eingeführt. Das dort entnommene Fruchtwasser enthält abgelöste Zellen des Ungeborenen, von denen eine Zellkultur angelegt wird.

Die Ergebnisse der Amniozentese sind sehr genau und Fehldiagnosen dabei selten. Festgestellt werden können Chromosomenstörungen, wie z.B. Trisomien, von denen das Down-Syndrom das bekannteste ist, Neuralrohrdefekte („offener Rücken“) sowie Erbkrankheiten, z.B. schwere Muskel- und Stoffwechselerkrankungen.

Erste Ergebnisse der Fruchtwasseruntersuchung können bereits nach 24 bis 48 Stunden vorliegen, wenngleich die Langzeitkultivierung für eine umfassende Diagnostik abgewartet werden muss. Nach dem Eingriff sollten Sie sich einen Tag lang konsequent schonen.

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